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ashtanga Yoga

* Dieses Video "Guruji lives here - a film celebrating the 100th birthday of Sri K. Pattabhi Jois" wird uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Yoga Workshop und Vimeo.
 

Der Legende nach entdeckte Sri T. Krishnamacharya (1888–1989), einer der einflussreichsten Yogalehrer des 20. Jahrhunderts, Anfang des vorigen Jahrhunderts in einer Bibliothek in Kalkutta die Yoga Korunta. Die Yoga Korunta beschrieb ein sehr exaktes System bestehend aus āsana Praxis (Körperhaltungen) und Atemlehre (prānāyāma). Sri T. Krishnamacharya, der bereits Abschlüsse in allen sechs darśana hatte, übersetzte und studierte die Yoga Korunta und lehrte diese unter anderem, seinem beständigen Schüler Sri K. Pattabhi Jois.

Sri K. Pattabhi Jois (1915-2009) der von seinen Schülern liebevoll nur "Guruji" genannt wurde und zu seinem enormen Wissen über Yoga, noch ein Sanskrit- und Philosophiegelehrter war, begründete auf der Grundlage der Lehren von Sri T. Krishnamacharya, das bis heute bekannte ashtanga Yoga Übungssystem. Sri K. Pattabhi Jois lehrte das Übungssystem des ashtanga Yoga bis zu seinem Tod am 18. Mai 2009 im Alter von 93 Jahren in Gokulam/Mysore hingebungsvoll. Das von ihm 1948 gegründete ashtanga Yoga research Institute in Gokulam Mysore, Indien, wird heute noch durch seine Tochter Saraswati Jois, sowie durch seine Enkelin Sharmila Mahesh und seinen Enkel Sharath Jois, weitergeführt und geleitet.

Gurujis Tochter, Saraswati Jois (1941-), war eine der ersten Frauen, die an der Sanskrit-Universität sowohl in der Lehre des Sanskrit als auch in Yoga von ihrem Vater unterrichtet wurde. Viele Jahre assistierte Saraswati ihrem Vater beim Unterricht, bis sie im Jahr 1975 begann ihre eigenen Klassen zu unterrichten. Im Jahr 1984 baute sie ihr eigenes Haus in Gokulam/Mysore und unterrichtet in ihren eigenen "vier Wänden". 1986 startete sie dann eine kleine Yoga-Revolution in Mysore, indem sie als erste Frau, Männer und Frauen zusammen unterrichtete. Als Guruji 2002 seine Yoga shala von Lakshmipuram nach Gokulam verlegte, begann Saraswati wieder zusammen mit ihrem Vater zu unterrichten und half ihm jeden morgen 2,5 Stunden, um danach im Anschluss ihre eigenen Schüler zu unterrichten. Bis heute ist es ihr größtes Anliegen die Tradition des ashtanga Yoga nach der Lehre ihres Vaters zu bewahren und weltweit zu verbreiten, damit möglichst viele Menschen davon profitieren können. Sie unterrichtet heute abwechselnd in ihrer eigenen Schule und in der Yoga shala in Mysore.

 

Was ist ashtanga Yoga?

Der Name ashtanga bedeutet acht Glieder. Hiermit ist der im Yoga Sutra von dem weisen und gelehrten Patanjali beschriebene achtgliederige Pfad gemeint. Dieser Pfad umschreibt den yogischen Weg zum höchsten Ziel der Selbsterkenntnis:

 

  1. yama - Rechtes Verhalten der Welt gegenüber
  2. niyamāh - Rechtes Verhalten uns selbst gegenüber
  3. āsana - Körperübung
  4. prānāyāma- Die Energielenkung über die Atmung
  5. pratyāhāra - Der Rückzug der Sinne von der Außenwelt
  6. dhāraņā - Die Konzentration auf den Wesenskern
  7. dhyāna - Meditation
  8. samādhi - Die Selbsterkenntnis

Das ashtanga Yogasystem unterscheidet sich in einigen Punkten von anderen Yoga Traditionen oder modernen Ausprägungen des Yoga. Geübt wird in einer festgelegten āsana Reihenfolge, die je nach Können, therapeutischen Nutzen und Entwicklung, erweitert oder modifiziert wird. Es werden insgesamt drei Übungsreihen beschrieben, von denen im Westen hauptsächlich die ersten Beiden geübt und unterrichtet werden. Die āsana werden mit den sogenannten vinyāsa (definierte Abfolge von Atmung und Bewegung) verbunden und dadurch an einem genau festgelegten Punkt eingenommen. Wie die Perlen auf einer Mala (Kette) fädeln sich so die āsana sinnvoll aneinander. Begleitet wird diese Praxis des Übens, durch die Atmung (rauschende, charakteristische ashtanga Atmung, fälschlicherweise oft ujjayi Atmung genannt), das Halten der bandha-s (gesetzte Verschlüsse in direkter Verbindung zur Atmung) und das setzen des drishti (Fokussierung des Geistes) dem sogenannten Blickpunkt.

Fließen alle diese Elemente der Übungspraxis zusammen, bilden Körperhaltung, Atmung und Blickpunkt eine Einheit, dann entsteht -sthira-sukham-āsanam ॥46॥- Stabilität, Stärke, Freude und Gelassenheit.

 

Der Übungsweg

Mysore Stil:

Traditionell wird in Mysore, Indien (daher der Name: Mysore Stil) auf zwei Weisen ashtanga Yoga Unterrichtet. Die erste Unterrichtsform ist der Mysore Stil, hier beginnt der Schüler eigenständig die Praxis, indem er sich einen Platz im Raum zuweisen lässt, seine Matte ausrollt, das Eingangsmantra singt und mit seiner individuellen Yogapraxis beginnt. Bei dieser Unterrichtstechnik kann jedes āsana ganz genau erforscht und erfahren werden. Gesundheitsschädliche Bewegungsmuster werden erkannt und behoben. Der Lehrer nimmt sich viel Zeit für seine Schüler, gibt Erklärungen, Hilfestellungen und ist jederzeit unterstützend zur Stelle.

Led class:

Die zweite Unterrichtsform ist die geführte Klasse, die sogenannte Led class. Dieser Unterricht ist ausschließlich für fortgeschritten Übende gedacht. Die āsana werden sehr zügig angesagt. Die Aufgabe des Schülers ist es, den Anweisungen des Lehrers genaustens zu folgen und das āsana danach einzunehmen. In dieser Klasse wird vornehmlich, Kraft, Ausdauer und Konzentration geübt.

Anfänger Unterricht:

Überwiegend im Westen verbreitet ist zusätzlich die unterrichtete Klasse bzw. der angeleitete Anfänger Unterricht. Hier werden die Grundlagen in der Gruppe vermittelt und unterrichtet. Die Abfolgen werden gemeinsam eingeübt, es bleibt viel Platz für Erläuterungen und Erklärungen.